Investitionen

 
Hier sind einige Fahrzeuge (nicht nach Wertigkeit geordnet), von denen wir meinen, es könnte sich lohnen sie im Auge zu behalten. Unserer bescheidenen Meinung zu Folge haben sie entweder gute Aussichten auf Wertsteigerung und/ oder bieten eine Menge Fahrspaß fürs Geld. Man nennt sie „Sleeper“, weil der Markt im Allgemeinen noch nicht auf den Wagen reagiert hat, aber das Potential eigentlich da ist. Nachstehende Informationen sind unsere persönliche Einschätzung und auch nur als solche zu verstehen.

1971-1972 Ferrari 356GTC/4

Ferrari_365GTC4


In 1971 and 1972 bot Ferrari den 365 GTC/4 parallel zum legendären 365 GTB/4 Daytona an, welcher heute bereits für US$ 200.000 und mehr gehandelt wird. Der GTC/4 hat ebenfalls einen 4,4l V12 Motor, ist aber leicht gedrosselt auf 340 PS. Trotzdem sind die Fahrleistungen sehr beachtlich mit einer Beschleunigung von 0-100km/h in 6,5 Sekunden und einem wunderbar klingendem V12 Aggregat.

Als waschechter Front V12 Ferrari, mit einer Stückzahl von nur 500 gebauten Fahrzeugen, sollte das Auto eigentlich bereits höher bewertet sein. Aber der 365 GTC/4 leidet unter dem gleichen Syndrom, welches auch die 74er Porsche Carreras im “Preiskeller” hält. Ungeliebte Sicherheitsstoßstangen aus schwarzem Kunststoff und einen legendären Vorgänger.

Dabei hat der GTC/4 eine tolle Linienführung und bei der ständigen Wertsteigerung der Daytonas sollte unserer Meinung nach der GTC/4 an Wert und Wichtigkeit gewinnen. Er präsentiert eine selten gewordene Chance, einen echten Front V12 Ferrari für 5 stelliges Geld zu erwerben, so kann ein 365 GTC/4 zwischen Euro 50.000 – 80.000 eingekauft werden.
Ein gut gepflegter und eingestellter 365GTC/4 bereitet einen Riesenspaß und bietet die Chance, für relativ kleines Geld in den exklusiven V12 Ferrari Kreis vorzudringen. Der Trend für die 365GTC/4 geht in den letzten Jahren nach oben und ich wäre wenig überrascht, wenn sich dies noch weiter fortsetzt. Falls ein GTC/4 auf Ihrer Einkaufsliste stehen sollte, kaufen Sie unbedingt ein Auto mit kompletter Service Historie, denn Kosten für Reparaturen und Service sind wie bei allen Ferraris nicht unbedingt aus der Kaffeekasse zu bezahlen.

Tipp: Dunkle Farben stehen dem Wagen besonders gut, da sie den Kontrast zu den schwarzen Stoßstangen mildern.

1967-1973 Maserati Ghibli Coupe

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Der Maserati Ghibli wurde Ende 1966 als zweisitziges Coupe auf dem Turiner Autosalon vorgestellt. Er wurde aus dem Maserati Mexico weiter entwickelt und teilt sich mit diesem auch den Stahlrohrrahmen. Allerdings wiegt der Ghibli fast 500kg weniger als der Mexico. Das von Giugiaro entworfene Blechkleid des Ghibli war ein sensationeller Entwurf voller Eleganz.
Der Ghibli kam mit einem 4,7l V8 Motor mit 330PS auf den Markt und begeisterte mit einer Beschleunigung von 6,8 Sekunden von 0-100km/h. Spitze 270km/h. Obwohl nicht ganz so schnell wie seine beiden größten Rivalen, der Lamborghini Miura und der Ferrari Daytona, verkaufte sich der Maserati wesentlich besser.

2 Jahre später, in 1969, wurde der Ghibli SS mit 4,9l und 335 PS vorgestellt. Insgesamt wurden von 1967 bis 1973 rund 1.150 der wunderschönen Coupes (4,7l und 4,9l kombiniert) gebaut. In 1969 kam auch noch der Spider hinzu, der allerdings mit einer Stückzahl von nur 125 Autos eine Rarität bleiben sollte. Die Spider erfreuen sich schon seit einiger Zeit einer guten Wertsteigerung und ich wäre nicht überrascht, wenn das Coupe diesen Trend aufnehmen würde. Der Maserati Ghibli Coupe ist eines der schönsten und faszinierendsten Autos der späten 60er und frühen 70er Jahre. Er ist schnell, mit gutem Handling, und wenn fachgerecht gewartet erfreut er seinen Besitzer mit unvergleichlichem Fahrvergnügen. Gute Coupes werden in Amerika so zwischen US$ 70 und 100.000 gehandelt, möglicherweise ein wenig höher in Europa.
Zieht man die Optik, die Seltenheit und die Fahrleistungen in Betracht, so denke ich, dass dieses Auto zur Zeit unterbewertet ist.

1965-1967 Jaguar E-Type FHC

E-Type


Der Jaguar E - mit Sicherheit einer der bekanntesten Sportwagen der Welt. Der E-Type hat schon fast jeden Autoliebhaber der Welt in seinen Bann gezogen. Seine aufregende Optik und die fantastische Leistung machen ihn zu einem Blue Chip für jeden seriösen Sammler.
Aber E-Type ist nicht gleich E-Typ. Die meisten Sammler sind sich darüber einig, dass der frühe 3,8l Flatfloor der beste (oder zumindest der gesuchteste) ist. Das spiegelt sich daher auch in den Preisen für die frühesten Modelle wieder, vor allem auch bei den Roadstern, die im perfekten Zustand schon mal sechsstellige Summen kosten.

Seit geraumer Zeit zeichnet sich aber ab, dass viele Enthusiasten die technischen Verbesserungen im Bereich Motor (3,8l auf 4,2l) und Komfort (Sitze, Bremsen), die Jaguar in 1964 vorgestellt hat, auch finanziell zu würdigen bereit sind. Obwohl die Hierarchie sicherlich zuerst den 3,8l Roadster und dann den 4,2l Roadster vorgibt, so können sich doch viele Sammler der betörenden Linienführung des Coupes nicht entziehen. Möglicherweise sogar schöner als der Roadster, ist das Coupe in jedem Fall das Auto mit größerem Nutzwert und besserem Handling. Auch bei den Coupes ist der Markt zur Zeit intensiver bei den 3,8l Modellen, was den 4,2 Liter Coupe als Alternative noch interessanter macht. Das Auto hat noch immer die markanten Scheinwerferabdeckungen, die kleinen über der Stoßstange angebrachten Blinker, und die SU Vergaser Batterie. Aber der 4,2l Motor überhitzt nicht mehr so leicht wie der 3,8l, liefert jede Menge Power und man kann endlich auch bequem sitzen.

Ich denke, diese 4,2l E-Coupes bieten ein gutes Investitionspotential und auf jeden Fall ein enormes “Spaßpotential”, denn sie sind einfach wunderschön. Im heutigen Markt sollte man auch bei den E-Types das beste Auto kaufen, was man findet, denn die Restaurationskosten eines “Schnäppchens” lassen den finanziellen Vorteil schnell ins Gegenteil umschlagen. Ein E-Type hat so manche Schwachstelle, hauptsächlich in Bezug auf Karosseriepassungen, Rost und unsachgemäße Unfallreparaturen. Wenn sie “artgerecht” gehalten wurden, sind diese Katzen technisch recht solide. Für einen etablierten Klassiker wie den Jaguaur E gibt es viele Clubs, gute Teileversorgung und ‘ne Menge Events.

Der Markt für E-Types ist relativ groß, man findet in der Regel einige Autos zum Vergleich. Viele angebotene Modelle sind aber leider schon zu weit heruntergekommen, also Vorsicht!Der US Markt erscheint ein wenig softer für diese Autos, allerdings finden sich dort auch sehr viele “Spachtelpanzer”.
Eines möchte ich allerdings ganz deutlich klarstellen: 2shores Classic Cars schließt sich in keinem Fall der leider in Deutschland von vielen so propagierten Vorurteile bezüglich Klassikern aus Amerika an. Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung, dass es in den USA extrem gute Autos gibt, vor allem, wenn man sie aus den trockenen US-Staaten und aus kundiger Hand bezieht. Viele Horrorgeschichten von verspachtelten Autos sind einfach auch auf naïve und unvorsichtige Käufer zurückzuführen.

1974-1976 Porsche 911 Carrera 2,7 Euro spec

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Bis jetzt haben nur wenige Leute realisiert, dass Porsche den legendären 911/83er Motor (RS Motor) auch noch in den Jahren 1974 und 1975 in den Carreras verbaut hat. Es wurden in 1974 1026 Coupes und 433 Targas mit dem Aggregat ausgestattet, in 1975 nochmal 518 Coupes und 197 Targas. Das macht diese Autos sehr rar. Vom bevorzugten Coupe sind ’74 und ’75 zusammen nur 1544 Autos entstanden, vom 1973er Carrera RS gab es 1580 Coupes, also sogar einige mehr. Porsche hat in 1976 sogar noch einmal 123 Coupes mit dem 2,7 RS Motor nachgelegt, wobei nicht geklärt ist, ob es an Lieferschwierigkeiten des 3.0l Motors lag, oder einfach die Kundennachfrage nach diesem Motor zu groß war.

Obwohl die Carreras ab 1974 die Sicherheitsstoßstangen trugen, blieben sie technisch weitgehend identisch zum ’73er Carrera. Diese Carreras sind genauso agil und temperamentvoll und haben das gleiche KG/PS Verhältnis wie der ’73er RS Touring. Allein in 1974 war der Wagen sogar mit dem berühmten “Entenbürzel” ab Werk lieferbar, allerdings nicht in Deutschland. Wichtig zu wissen: Der RS Motor hat die neuen Emmissionsstandarte in Amerika nicht erfüllen können, daher wurde der Motor nicht in den US Carreras verbaut. Diese, obwohl optisch gleich, bekamen einen 2,7 l K-Jetronic Motor mit 175PS, bzw. 165PS (1975) und sind daher überhaupt nicht mit den “Euro” Carreras zu vergleichen.

Korrekte “Euro” Carreras sind schwer zu finden da sehr viele Autos ihre Motoren als “Organspender” für die vielen RS Repliken im Markt hergeben mussten. Außerdem sind viele Modelle auch den Rosttod gestorben, denn vor 1976 wurde bei Porsche noch nicht voll verzinkt. Ein echter “Euro” Carrera 2,7 ist ein Genuss zu fahren und mit fortschreitender Zeit finden mehr und mehr Liebhaber, dass die Sicherheitsstoßstangen dem Auto irgendwie eine schönere Linie geben - ihn eleganter erscheinen lassen.
Gute Autos werden in Europa inzwischen für Euro 60.000 bis 100.000 angeboten. Wenn man Performance, Seltenheit und Verfügbarkeit berechnet, erscheint mir das als angemessen. Schließlich ist das nur ein Drittel bis die Hälfte vom Carrera RS.
Ich denke, wer ein gutes Exemplar findet, sollte es kaufen.

Tipp: Unbedingt sicher stellen, dass die “Nummern” stimmen. Es sind einige Blender (ex US Carreras) im Markt. Die FIN muss mit 911-460…. starten, der Motor mit 664…. US Carreras haben die FIN 911-440…. und US Motoren starten mit 634…Absolute Sicherheit bringt eine Anfrage bei Porsche Classic in Stuttgart. www.porsche.de

1968-1973 BMW CS/i

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Vielleicht das schönste 2-türige Coupe, das jemals in Deutschland gebaut wurde - zumindest nach 1968. Die Kombination eines seidenweichen BMW Sechszylinders mit der atemberaubend schönen und sportlichen Karosserie, sind ein Meilenstein. Deutsche Ingenieurskunst und italienisches Design, ein großer Wurf. Technisch sind diese Autos sehr gut konstruiert und präsentieren sich solide. Aber das Blechkleid…Verzinkung war bei Herstellung noch ein Fremdwort und die braune Pest macht sich mit Vorliebe über diesen “Beau” her.
Es gibt Leute die sagen, kein Auto auf der Welt sei rostanfälliger als dieses auffallend hübsche Coupe von BMW. Ob das nun stimmt oder nicht vermag ich nicht zu sagen, aber Fakt scheint: Alle sind rostig, die meisten sogar schlimm. Findet man also ein Auto, welches schon einmal in guter Qualität restauriert wurde, sollte man zuschlagen, auch wenn es mehr kostet. Eine Restauration an dieser Karosserie ist definitiv ein Großangriff auf Ihr Bankkonto und Ihre Nerven!

Es gibt auf beiden Kontinenten eine Menge gut organisierter Clubs, die bei Fragen zu diesem Modell gerne behilflich sind. In Europa haben die Preise sich für gute Coupes auf Euro 15.000 aufwärts eingependelt, Fahrzeuge im Topzustand - ohne Wenn und Aber - kosten auch schon mal Euro 35.000. Unter Euro 15.000 ist der Kauf ein Glücksspiel, meist sind dies Kandidaten für sehr viel Arbeit.

Ich sehe diese Autos leicht unterbewertet, obwohl rund 30.000 Stück entstanden sind. Es sind nicht viele erhaltungswürdige BMW Coupes übrig und wer ein klassisches Hardtop Coupe mit 200PS (CSI) und etwas Platz für die Familie sucht- wo sind die Optionen? In den nächsten Jahren, so denke ich, wird dieses Modell bei Sammlern an beiden Küsten beliebter werden, allein schon wegen seiner Schönheit.

Tipp: Es wurden 1265 light weight Coupes, mit Namen CSL, produziert. Diese hatten Türen und Motorhauben aus Aluminium und Fenster aus Plexiglas. Sehr selten und beliebt.
 

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